Buenos Aires, 28. Feb. 2026, 06:20 ART — Markt geschlossen.
- Der S&P Merval fiel am Freitag um 4,1 % und beendete die Woche etwa 8 % niedriger.
- Die von Milei unterstützte Arbeitsmarktreform erhielt nach Börsenschluss die endgültige Zustimmung des Senats, was den ersten Test am Montag vorbereitet.
- Händler richten ihren Blick auf die Inflationsdaten für März als nächsten lokalen Auslöser.
Der argentinische Leitindex S&P Merval schloss am Freitag mit einem Minus von 4,1 % bei 2.642.105,5 Punkten und beendete damit eine Wochenabnahme von etwa 8 %. Im Februar lag der Index auf Peso-Basis rund 17,4 % unter dem letzten Schlussstand vom Januar. (Investing.com)
Die nächste Sitzung wird mit einem neuen politischen Auslöser beginnen. Der argentinische Senat genehmigte am späten Freitag die von Präsident Javier Milei vorgeschlagene Arbeitsmarktreform und gab damit nach wochenlangen hitzigen Debatten und Protesten endgültig grünes Licht für das Gesetz. (Reuters)
Warum das jetzt wichtig ist: Die Abstimmung fand nach Börsenschluss in Buenos Aires statt, sodass der Markt keine Gelegenheit hatte, sie einzupreisen. Investoren nutzen das Gesetz als Indikator dafür, ob Milei seine umfassendere Agenda weiterhin durch den Kongress bringen kann, auch wenn der Ausverkauf bei lokalen Aktien die Positionierung nervöser gemacht hat.
Die globale Risikobereitschaft hilft nicht. Die Weltbörsen gaben am Freitag leicht nach, da Investoren hohe Bewertungen, die disruptive Wirkung von KI und geopolitische Spannungen abwägten, die die Ölpreise steigen ließen – ein Umfeld, das für risikoreichere Bereiche der Schwellenmärkte schwierig ist. (Reuters)
Die Arbeitsmarktreform zielt darauf ab, Einstellungen und andere Vorschriften zu lockern und die Standardarbeitszeit von acht auf zwölf Stunden zu verlängern, neben weiteren Änderungen. Außerdem wird ein arbeitgeberfinanzierter Abfindungsfonds geschaffen, der durch Beiträge gespeist wird, die derzeit für das nationale Rentensystem vorgesehen sind – ein Punkt, den Gegner als Gefahr für die Rentenmittel sehen.
Für börsennotierte Unternehmen sind die Mechanismen entscheidend. Ein Abfindungsfonds soll die traditionellen Einmalzahlungen bei Entlassungen ersetzen und die Kosten auf ein gemeinsames System verlagern, was die Liquiditätsplanung und Entlassungskosten verändern kann. Investoren werden beobachten, wie schnell sich Unternehmen anpassen können – und wie viele Gerichtsverfahren folgen.
Einige ausländische Investoren sehen die Reform als Schritt zu einem investierbareren Argentinien, wenn auch nicht als geradlinigen Weg. „Die Arbeitsgesetzgebung ist ‚eine große Sache‘“, wird Benjamin Gedan, Direktor des Lateinamerika-Programms am Stimson Center, zitiert. (Barron’s)
Das Risiko liegt direkt neben dem Bullen-Szenario. Die Gewerkschaften haben bereits gezeigt, dass sie mobilisieren können, und jeder Versuch, Streikregeln zu ändern oder rentenbezogene Mittel anzuzapfen, könnte den Widerstand verhärten und die Umsetzung verlangsamen – selbst wenn das Gesetz verabschiedet ist.
Im Kalender haben Händler ein klares Datum markiert: Der argentinische Verbraucherpreisindex (CPI) für Februar soll laut INDEC-Veröffentlichungskalender am 12. März erscheinen. Diese Veröffentlichung wird daraufhin beobachtet, ob die Disinflation anhält und was das für die Inlandzinsen und die Stimmung gegenüber dem Peso bedeutet.
Die Märkte öffnen am Montag, den 2. März, wieder. Zuerst steht die Reaktion auf die Abstimmung zur Arbeitsmarktreform an; als Nächstes folgt die Inflationsveröffentlichung am 12. März – eine Zahl, die die Woche in Buenos Aires schnell neu bestimmen kann.